Es waren überwiegend jesidische und christliche Familien

die sich vor den mordenden und brandschatzenden „Gotteskriegern“ des Islamischen Staates in Sicherheit bringen mussten. Viele überlebten diese oft wochenlange Flucht nicht. Knochen und Massengräber, welche die Fluchtroute säumen, sind stille Zeugen des Völkermords. Frauen und Mädchen landeten am Sklavenmarkt. Der IS versucht bis heute vor allem ethnisch-religiöse Minderheiten wie die Jesiden oder Christen auszurotten. Für die Gotteskrieger gelten sie als ungläubige Teufelsanbeter.

Jesidinnen und Jesiden werden als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft, die weder christlichen, noch islamischen Ursprungs ist, verfolgt. Das Jesidentum gehört zu den zeitgenössischen monotheistischen Religionen und soll sich aus dem altpersischen Mithras-Kult oder aus den Kulten der Meder entwickelt haben. Es beruht nicht auf einer heiligen Schrift; Gebete werden mündlich tradiert sind im lyrischen Stil in der rituellen Sprache Kurmançi verfasst. Im Zentrum des jesidischen Glaubens stehen Taus-i Melek – der Engel „Pfau“, die sieben Mysterien sowie die Wallfahrt zum Grabe des Reformers Scheich ʿAdī ibn Musāfir.