Lebenszeichen – Kult und Kultur für Ihr Zuhause

LEBENSZEICHEN 2021: Von Waldgöttern, Schamanenpflanzen und dem grünen Wunder der Wüste

Wir werden oft gefragt, wie wir zu unseren Bildern und Texten kommen. Hier gewähren wir einen Einblick in unsere Redaktion. In einem Monat erzählt uns in einem exklusiven Interview mit Lebenszeichen der berühmte Yacouba Sawadogo von dem „Wunder“, wie er die Wüste Burkina Fasos begrünte. Er möchte, dass der Wald zum Wohle aller Menschen erhalten bleibt. Seine Nachfolge soll eines seiner 27 Kinder antreten. Hier ist er mit zwei seiner Söhne zu sehen.

Nadine Papai ist nicht nur Obfrau des Vereins, sondern auch die Chefredakteurin des rennommierten Kalenders Lebenszeichen. Sie ist es, die die Bilder in akribischer Recherche sammelt und die Themen dazu aussucht. In einem Team ausgebildeter Kulturwissenschaftler werden die Texte dann mit viel Liebe zum Detail geschrieben. Auf höchsten Niveau präsentieren wir aber nicht nur Fotos von weltberühmten Fotografen, sondern lassen dazu die Bevölkerung vor Ort zu Wort kommen. Dazu nutzen auch wir vor allem Social Media, um uns mit der Welt der Minderheiten und Indigenen zu verbinden.

Dabei spricht die Ethnologin mit der ganzen Welt. So haben wir im Kalender Lebenszeichen 2021 ein exklusives Interview mit Herrn Yacouba Sawadogo direkt aus Burkina Faso bekommen. Dies war Dank eines in Burkina Faso lebenden Deutschlehrers möglich, der extra für uns eine weite Reise zu ihm auf sich genommen hat. Herr Ki hat dabei unsere Fragen dem berühmten Mann getroffen, der aus einer staubtrockenen Sahelzone einen echten Wald ” zauberte. Dabei haben wir auch ihn über seine Karriere interviewt.

Nicht Armeen, nicht Krieg, nicht Zwang, sondern das Wort kann den Lauf der Dinge prägen

Lawagon Alex Romeo Ki erzählt aus seinem Leben: Ich würde sagen, dass ich mich für Sprachen immer interessiert habe. Es gibt über sechzig Dialekte in meinem Land. Französisch ist die Amtssprache von Burkina Faso. Als ich in der Grundschule war, habe ich immer sehr gute Noten in Französisch gehabt. Meine Grundschullehrer sagten immer, dass ich Journalist sein werde, weil es mir gelang, die Texte akzentfrei zu lesen. Als ich in im Gymnasium war, bekam ich auch gute Noten in Englisch. Nach der mittleren Reife entschied ich mich für das sprachliche Profil. Im sprachlichen Profil werden fast alle Fächer unterrichtet aber das Notengewicht von Französisch, Englisch, Deutsch und Philosophie ist hoch. Eines Tages hat mein Deutschlehrer entschieden, uns Informationen über Deutschland zu geben. Er hat behauptet, dass Deutschland kein Paradies ist. Ich habe das nicht ertragen können. Ich habe einen Brief erfasst, den ich heimlich den Brief in sein Haus durch sein Fenster geworfen habe.

Als ich dann in der Abiturklasse war, suchte ich deutschsprachige Freunde. So habe ich zum Beispiel meiner Familie erzählt, dass ich nach Ouagadougou fahren sollte, um einen Preis bei der deutschen Botschaft zu erhalten. Aber ich bin nach Ouagadougou gefahren, um deutsche Freunde online zu suchen, weil es kein Internet-Café in meinem Dorf gab. Einige Tage später wurde ich von der Schule verwiesen. Ich war nicht in der Lage, mein Schulgeld zu bezahlen, denn ich hatte es für die Reise nach Ouagadougou ausgegeben. Später schaffte ich den Einstieg aber erneut. Nach dem Abitur habe ich mich bei der Germanistikabteilung immatrikulieren lassen. Ich träumte nicht davon, Deutschlehrer zu werden. In der Tat verdienen die Lehrer nicht gut bei uns. Da ich aus einer armen Familie kam, habe ich mich für den Wettbewerb der Deutschlehrer in Burkina Faso beworben. Seit 2008 bin ich nun Deutschlehrer.

Ich träumte immer davon, nach Deutschland zu fliegen, um dort studieren zu können. Ich habe alles in Gang gesetzt, um ein Stipendium zu bekommen, aber das hat nicht geklappt. Dann habe ich viele nette Leute durch meine Großmutter kennengelernt. Sie hat als Hebamme gearbeitet und beherbergte schwangere Frauen bei sich, wenn die Entbindungsklinik voll war. Dank der Freundlichkeit meiner Großmutter habe ich zwei alte deutsche Frauen kennengelernt, die mir geholfen haben. Schließlich schaffte ich es, ein Dolmetscherstudium in Deutschland zu beginnen. Das positive Denken und das positive Wort spielten dabei eine große Rolle im Leben. Wie gelingt das meiner Erfahrung nach? Ich bin überzeugt, dass wir unseren Nächsten immer helfen sollen, wenn wir Erfolg im Leben haben wollen. Ich habe zwei Bücher gelesen, die mein Leben beeinflusst haben: “Die Kraft des positiven Denkens” und “Wir können alles erreichen”. Im zweiten Buch erklärt uns der Autor, was jeder Mensch machen soll, um seine Ziele zu erreichen. Er behauptet, dass das Wort Macht und Wirkung hat. Während meines Aufenthaltes in Deutschland, habe ich die Lehre des Buches in die Praxis umgesetzt und habe meine Dolmetscherprüfung bestanden.

Ich habe mich aber entschieden, in mein Heimatland zurückzukehren. Ich habe vor, ein Zentrum zu gründen, das die Förderung lokaler Produkte zum Ziel hat. Burkina Faso hat viele natürliche Ressourcen. Dieses Zentrum soll dazu beitragen, die Arbeitslosenquote zu senken und vielen Eltern ermöglichen, Geld zu verdienen und das Schulgeld ihrer Kinder zu zahlen. Ich appelliere an Geschäftsleute, an Landwirte und an Humanisten.

Lawagon Alex Romeo Ki hat exklusiv für unseren Kalender 2021 Herrn Yacoubo Sawadogo in Burkina Faso besucht.