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Jahresbericht 20172018-09-27T07:57:35+00:00

LEBENSZEICHEN BEDROHTER VÖLKER

Seit 1992 ist die Gesellschaft für bedrohte Völker Herausgeber des Kalenders „Lebenszeichen“. Jedes Jahr werden darin den auf den Monatsblättern 12 unterschiedliche Kulturen gezeigt; der Text auf der Rückseite vermittelt stets einen Eindruck in die aktuellen Lebenswelten indigener Völker und Minderheiten weltweit.

ARBEITSBERICHT; Lebenszeichen 2017: So wirkte Ihre Spende im letzten Jahr

 Kalender Lebenzeichen: Bedrohte Völker im Portrait

Der Kalender Lebenszeichen 2018 widmete sich dem Kampf indigener Völker um ihr selbstbestimmtes Leben. Sie sind bestrebt, ihre kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren. Gleichzeitig ist ihre Lebensweise jedoch überall auf der Welt bedroht. Sie leiden auch heute noch unter den Folgen der historischen Kolonialisierung und Invasion ihrer oft ressourcenreichen Territorien. Denn wer ihr Land raubt, nimmt auch ihr Leben. Wir zeigten hier erfolgreiche Beispiele im Widerstand der Völker gegen mächtige Staaten oder internationale Konzerne.

Die Sonderedition Lebenszeichen: 12 Märchen von bedrohten Völker

Die indigene Art und Weise Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben, passiert durch das Erzählen von Geschichten. In diesen langen Nächten zum Beispiel am Lagerfeuer kommen Tradition, Geschichte, Religion, Mythologie und Kunst zusammen.

Der Theateranthropologe und Erzählforscher Dr. Thomas Horwath erzählt hier Geschichten aus der ganzen Welt auf traditionelle Weise des freien und mündlichen Erzählens. Während seiner Zeit unter den Eingeborenen Neuseelands – dem Volk der Maori – konnte er bei vielen indigenen Versammlungen teilnehmen und wird ihre Erzählweise eindrucksvoll schildern. Im Dezember 2017 präsentierte er in einer „Märchenstunde“ bei uns im Office einige dieser Märchen und war für unsere SpenderInnen für alle Fragen zu Märchen und Erzählungen von Völkern der Welt da.

Erstmals erschien nun auch eine CD zu unserem Kult-Kalender! Zu hören waren traditionelle Märchen für Erwachsene und Kinder von den 12 Völkern, die im Kalender „Lebenszeichen 2018“ zu Wort kommen. Die limitierte CD ist nur mit dem Kauf des Kalenders 2018 erhältlich bzw. war nur kurze Zeit erhältlich.

 FGM im Senegal: Einschnitt ins Leben der Frauen

Jeden Tag sind weltweit etwa 6.000 Mädchen der Gefahr ausgesetzt, Opfer von FGM (Female Genital Mutilation) zu werden. Die Konsequenzen dieser Praxis sind oft verheerend, manchmal sogar tödlich. Weltweit gibt es über 135 Millionen betroffene Frauen, Tausende kommen jedes Jahr hinzu. Begründet ist FGM meist in tief verwurzelten Traditionen. Wir stellten uns bis im Jahr 2017 dem Kampf gegen diese brutale Ungerechtigkeit und unterstützten Dank Ihrer Hilfe eine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in der Nähe eines Krankenhauses am Rande von Dakar eingerichtet.

Die Mitarbeiterinnen bieten Aufklärung, Beratung, sowie psychologische und medizinische Hilfe, vor allem in den sensiblen Phasen wie Eheschließung, Schwangerschaft und Geburt. Ebenso erhalten traumatisierte, genitalverstümmelte Frauen konkrete Hilfestellung bis hin zu rekonstruktiven Operationen.

 Milch für die Flüchtlingskinder Kurdistans

Seit 2014 verbreiteten die Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staates“ im Norden des Irak Terror und Gewalt. Zielscheibe der brutalen Gräueltaten sind meist Angehörige von ethnischen und religiösen Minderheiten. Hunderttausende harren seit Jahren in trostloser Lage in den Flüchtlingscamps aus. Wegen mangelnder Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es keinen Alltag, es heißt einfach nur warten. Die Frustration der Menschen wächst von Tag zu Tag! Die GFBVÖ hilft rasch und effizient vor Ort. Unser Fokus liegt auf der Stabilisierung der Lebensbedingungen der Menschen – über Soforthilfe hinaus!

Wir haben 2017 alles vor Ort gemeinsam mit unserem Projektpartner organisiert, die Flüchtlinge des Camp Dawodia mit Joghurt zu versorgen!

 Nothilfe für Rohingya in Bangladesch

Die katastrophalen Zustände in den notdürftigen Flüchtlingslagern haben viele Menschenrechtsorganisationen auf den Plan gerufen; so auch die GFBVÖ. Es fehlt an allem. Es gibt kein frisches Trinkwasser, nicht genug Nahrungsmittel, Decken, Zelte und sanitäre Anlagen. Die Gesundheitsversorgung ist rudimentär. Es gibt keinen Strom. Kinder können nicht mehr zur Schule gehen. Familien leiden unter Armut und Hunger.

Dank Ihrer Hilfe können wir in einem internationalen Organisationsverband direkt vor Ort wirken!

 Veranstaltungen „Über den Tellerrand“

Internationaler Tag der Roma mit dem Verein Vivaro

Mittels der Veranstaltungsreihe „Über den Tellerrand“ wollen wir in Österreich eine Plattform schaffen, durch die einerseits verschiedene Minderheiten in Österreich zusammen Strategien zur Lösung gemeinsamer Probleme finden können, andererseits soll die Plattform auch zum Austausch mit der Mehrheitsbevölkerung dienen. Die erste Veranstaltung soll am 08.04.2017, dem internationalen Tag der Roma, zum Thema „Doppelt Diskriminiert“ stattfinden. Die gesellschaftlichen Machtstrukturen in Österreich benachteiligen Frauen in vielerlei Hinsicht. Aber Frauen, die zusätzlich Angehörige von Minderheiten sind werden doppeltem Druck ausgesetzt.

Gemeinsam mit dem Verein „Vivaro – Viva la Romnja“ wird die GFBVÖ einen kurzen Input zum Thema „Sexismus und Antiziganismus“ vorbereiten. Dabei bietet sich die Gelegenheit sich mit Roma-Frauen und Vertreterinnen anderer Minderheiten über ihre individuellen Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Gegenstrategien zu diskutieren.

In der gesellschaftlichen und medialen Wahrnehmung herrschen oftmals Vorurteile, Stereotype und Klischeebilder über Roma-Frauen. Um dem entgegenzusteuern und Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, wird nun wöchentlich eine Romni präsentiert werden.

Das Ziel: Heterogenität unter Frauen, aber auch als Romnja, aufzuzeigen und das klischeehafte und romantisierte Bild „der Roma Frau“ abzubauen, zu bekämpfen und realistische Bilder darzubieten. Frauen haben Stimmen, sind individuell, heterogen und vielfältig.

Minderheiten in Afghanistan

Jahresbericht 12.05.2017: Über denTellerrand: Ist Afghanistan sicher? cc Christopher Klettermayer

12.05.2017: Über denTellerrand: Ist Afghanistan sicher? cc Christopher Klettermayer

Egal zu welcher Gruppe man gehört; alle haben das Problem, dass das Land NICHT SICHER ist. Minderheiten haben aber „mehr Probleme“: v.a. Sikh, Hazara und Usbeken können ihre religiöse Freiheit nicht ohne Furcht vor Repressalien und/oder Diskriminierung leben.

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Über den Tellerrand“ lud die Gesellschaft afghanische MinderheitenvertreterInnen und Vereine sowie interessierte Einzelpersonen  und AktivistInnen zum Austausch über die Situation der AfghanInnen in Österreich. Besonders betroffen davon sind Angehörige der Hazara sowie anderen Minderheiten wie den Sikh oder UsbekInnen, die in ihrem Herkunftsland unter besonders schwierigen Bedingungen leiden. Wir hinterfragen gemeinsam die Situation für RückkehrerInnen, besonders für Minderheitenangehörige, in Afghanistan. Was könnte die österreichische Politik hier tun, um die Situation in Afghanistan zu verbessern?

 

Finanzen 2017

Die Gesamteinnahmen im Jahr 2017 betrugen 308.873, 03 Euro (Spenden, Mitgliedsbeiträge und sonstige

Einnahmen wie unser Kalenderverkauf). In unsere Projekte wurden insgesamt rund 224.837,00 Euro investiert. Der Rest verteilt sich auf unsere Verwaltungskosten wie Büroverwaltung (inklusive Ausgaben wie Wirtschaftsprüfung und laufende Steuerberatung), IT-Ausgaben, SpenderInnenverwaltung und Werbekosten.

Unsere ordentliche Finanzgebarung wir jedes Jahr durch die „Steuerliche Absetzbarkeit der Spende“ vom Finanzamt bekräftigt. Nützen Sie die Möglichkeit und holen Sie sich bei der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung einen Teil Ihrer Spende vom Staat zurück.

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.