Terroranschlag in Wien

Gestern war ein schwarzer Tag für Österreich. Beim Terroranschlag in Wien wurden laut derzeitigen Informationen 4 Menschen getötet und 22 Personen verletzt. Verübt haben diesen gewaltsamen Akt wahrscheinlich Anhänger des Islamischen Staates. Es wird nun auch den ÖsterreicherInnen leider klar, die diese Probleme als fern von Europa begreifen, was Terror bedeutet.

Lebenszeichen arbeitet schon seit Jahren im Nordirak mit der kurdischen Bevölkerung zusammen, die dort den IS erfolgreich vertrieben hat. Bis heute kommt es aber auch dort immer wieder zu Anschlägen von den sogenannten Schläferzellen. Die Obfrau von Lebenszeichen Nadine Papai ist regelmäßig vor Ort und in ständigem Kontakt mit den Partnern. „Leider muss ich sagen, dass mir das nicht neu ist, da ich öfter in der Nähe von Anschlägen war. Ich fühle mich aber unter der kurdischen Bevölkerung sicher. Die Menschen dort leisten Unglaubliches. Sie haben sich an den Krieg – so hart es klingt – gewöhnt und gehen damit sehr gelassen um. Im sichergeglaubten Österreich war auch mir stets bewusst, dass die Anhänger des IS sich auch unter uns befinden. Immer wieder sieht man sie in Supermärkten etc. neben einem. Man erkennt sie an ihrem Kleidungsstil und an ihren speziellen Bärten. Geht man so in Kurdistan auf die Straße, ist das lebensgefährlich.“

Man muss sich bewusstwerden, dass die Kurden im Irak ein Bollwerk gegen den IS und dadurch einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit in Europa darstellen. „Wir von Lebenszeichen werden ausschließlich von privaten österreichischen SpenderInnen gefördert. Uns ist kein Programm vom österreichischen Staat in der umkämpften Krisenregion bekannt. Genauso wie das Flüchtlingscamp im Moria, wo die österreichischen Hilfsleistungen offensichtlich nicht ankommen, stellen wir fest, dass die Jesiden und Kurden im Irak in keinem Förderprogramm unserer Regierung einbezogen werden. Kanzler Kurz behauptet, man tue etwas vor Ort. Wir konnten eine diesbezüglich Initiative bisher aber nicht feststellen. Wir sind eine der an einer Hand abzuzählenden österreichischen Nicht-Regierungsorganisationen vor Ort. Noch während dem Krieg starteten wir dort Projekte und werden auch Corona zum Trotz weiterhin den Nordirak in seiner Entwicklung unterstützen.“ so Papai.

„Pray for Vienna“ reicht nicht!

„Da wir eben selbst immer wieder von IS-Anhängern in Österreich berichtet bekommen oder diese selbst auf der Straße antreffen, ist uns schon länger unbegreiflich, warum man Kriegsverbrecher bei uns zu einem Leben „in Sicherheit“ verhilft. Offensichtlich war dies auch ein sehr professionell durchgeführter Anschlag und wir fragen uns, warum Geheimdienste dies nicht verhindern konnten. Auch fehlt es in unseren Ländern an einer wirksamen Betreuung der Attentäter, um diese von solchen Taten abzuhalten. Würde man dies ernst nehmen, hätte der gestrige Anschlag wahrscheinlich verhindert werden können.“

Aus unseren Quellen geht hervor, dass das taktische Vorgehen der Polizei und auch deren Ausrüstungsstand nicht der gebotenen Situation angemessen waren. Österreich kann sich nicht mehr in die „Loge der Staatsoper“ zurückziehen und sich auf eine reine Beobachtung von diversen Terrororganisationen beschränken. Man sollte endlich eine profunde Lagebeurteilung durchführen, Schlüsse daraus ziehen und HANDELN!

Lebenszeichen und Sulaiman, unser Partner vor Ort, beten für die Verstorbenen und Verletzten von Wien. Doch das reicht nicht. „Wir wissen besser als die ganze Welt, wie gefährlich es ist. Wir kämpfen gemeinsam gegen den Terror und unterstützen Österreich im Kampf.“ So Sulamian Tamer. „Man muss deren finanzielle Unterstützung als auch die Kommunikation unter ihnen unterbrechen. Die Bildung allein recht hier nicht mehr aus.“