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Alles rund ums Camp

Ständig in Angst und drohender Gewalt ausgesetzt, befinden sie sich zudem in einer dramatischen humanitären Situation: gesundheitsschädliche Verhältnisse, mangelnde Hygiene und ein äußerst erschwerter Zugang zu ärztlicher Versorgung bestimmen das Leben. Sie alle sind direkte oder indirekte Opfer des irakischen Konflikts – die Einwohner, die in den Konfliktzonen leben, die Bevölkerung, die sich ins Innere des Landes begeben hat, die Flüchtlinge aus Syrien und die Bevölkerung in den Regionen, die sie aufnehmen.

Im Camp ist die Not nach wie vor unvorstellbar groß und mit jedem Tag im Lager wächst auch die Frustration der Menschen. Jeden Winter frieren die Leute, da das Heizmaterial rar und beinahe unleistbar für die Bevölkerung ist. Ganz zu schweigen, wie es den Flüchtlingen geht, die nur in Zelten auch rund um die Camps leben. Man schafft es aus dem Flüchtlingslager hinaus und endet in den armen Gemeinden im Nordirak. Meist ist die Armut dort sogar noch viel größer.

Im Camp sind die meist großen Familien sind einfach zu arm, haben nicht genug Geld und nicht ausreichend zu Essen. Die Kinder besuchen oft hungernd die sehr bescheidene Schule mit den nötigsten Schulmaterialen, die sich die Eltern oft gar nicht mehr leisten können, da ihr Geld für Essen verwendet wird.  Die Camp-Leitung ist auch sehr besorgt, denn heuer wurden wichtige Förderungen gestrichen und unser laufendes Projekt ist die letzte Hoffnung.

Knapp 650.000 Flüchtlinge suchten 2015 in Dohuk Schutz vor der Terrororganisation “Islamischer Staat” und vor der syrischen Armee. Etwa 105.000 davon stammten damals aus Syrien, 545.000 sind Menschen aus dem irakischen Staatsgebiet, sie stellen mithin die größte Gruppe der Binnenflüchtlinge (IDPs) weltweit. Im Camp Domiz, einem der größten der Region, leben rund 35.000 Menschen Zelt an Zelt, bis zu sieben Personen auf sechzehn Quadratmetern. Insgesamt sind es 22 in der Region, mit Zigtausenden von Menschen.

Die Flüchtlinge erzählen uns immer wieder, wie die Bewohner von Dohuk mit Säcken voller Kleidung, Matratzen, auch Geld gekommen sind, um zu helfen. Sie sehen die Neulinge als “Brüder und Schwestern” , die dieselbe Sprache sprechen und denselben kulturellen Hintergrund haben. Aber die Zahl der Flüchtlinge wächst stetig, während die Hilfe, die von der Uno kommt, abnimmt”, sagt unsere Campleiterin Clara. Mittlerweile spüren sie, dass die Lebensmittelhilfen, die sie hier im Camp erhalten, nicht mehr reichen, weil dem Uno-Welternährungsprogramm die Spenden ausgehen. Es gibt auch im Camp keinen Platz mehr.

In Dohuk leben mehr Flüchtlinge als Einheimische

In Dohuk leben mehr Flüchtlinge als Einwohner, trotzdem funktioniert das Leben in der Stadt im nordirakischen Kurdistan – auch dank internationaler Hilfen. Nun aber sind die Lager voll, viele Menschen denken über eine Flucht nach Europa nach.Die Menschen im Irak wissen nichts von dem Hass, der den Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und anderswo in vielen Ländern Europas entgegenschlägt. Sie ahnen nichts von brennenden Heimen in Deutschland, von den Ertrunkenen im Mittelmeer, den Knüppeln an den Zäunen in Ungarn und den Erstickten in Lastwagen in Österreich.

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2019-02-18T19:33:40+00:00

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