Wir Yanomami wollen nicht sterben!

Wir müssen dringend verhindern, dass sich weitere Krankheiten wie damals die Masern unter den Indigenen Brasiliens ausbreiten. Die Yanomami, Wächter über das größte Indigenenreservat der Welt, bitten dringend um Hilfe: “Garimpeiros” bzw Goldgräber betreten und verlassen unser Land auf der Suche nach Gold, ohne jegliche Kontrolle. Sie bewegen sich zwischen unseren Gemeinschaften ohne jegliche Gesundheitsvorsorge, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das Coronavirus unter uns ausbreitet. Wir sind auch besorgt über die Gruppen von indigenen Völkern in freiwilliger Isolation, die davon nichts wissen.

Wir müssen das Leben der Yanomami schützen!

Das Yanomami Indigenous Land Leadership Forum hat bereits beschlossen, dass sie ohne Garimpo und in Gesundheit leben wollen. Sie müssen handeln, bevor es zu spät ist. Sie bitten uns, uns anzuschliessen, um zu verhindern, dass ihre Familien mit Covid-19 verseucht werden. Sie fordern, dass die Behörden des Justizministeriums und des Gesundheitsministeriums in Verbindung mit anderen Regierungsstellen Sofortmaßnahmen für ein koordiniertes Vorgehen und mit geeigneten technischen sanitären Vorkehrungen ergreifen, um die vollständige Entfernung der illegalen Garimpeiros, die sich noch auf indigenem Land befinden, zu fördern.

Es ist die Rückkehr eines Albtraums, der jetzt noch gefährlicher für die Menschen ist, die den Himmel halten und die Menschheit schützen. Wir müssen verhindern, dass diese Invasion eine weitere Tragödie verursacht!

Das Yanomami and Ye’kwana Leadership Forum fordert von der Bundesregierung den sofortigen Rückzug der “Garimpeiros”! Tun Sie Ihren Teil und helfen Sie mit, diesen Völkermord zu verhindern. Helfen Sie uns, die mehr als 20.000 Bergleute zu vertreiben, die Covid-19 auf unserem Land verbreiten. Unterzeichnen Sie die Petition und setzen Sie die Regierung unter Druck. Das notwendige Ziel sind 350.000 Unterschriften.

PETITION HIER UNTERZEICHNEN
Hier geht es zur offiziellen Kampagne und zu den Betreibern der Petition in Brasilien. Hier können Sie den Stand der Unterschriften einsehen. Wenn Sie auf den Button zum Unterschreiben der Petition klicken und es NICHT funktioniert bzw. nichts passiert, müssen Sie in Ihrem Browser Ihre Einstellungen ändern. Wir bitten um Verständnis.

Die #ForaGarimpo #ForaCovid-Kampagne ist eine Initiative des Yanomami and Ye’kwana Leadership Forum, welches aus der Hutukara Yanomami Association (HAY), Wanasseduume Ye’kwana Association (SEDUUME), Yanomami Kumirayoma Women’s Association (AMYK), Texoli Ninam Association of the State of Roraima (TANER) und Yanomami Association of the Cauaburis River and its tributaries (AYRCA) besteht. Auf ihrem Territorium zirkulieren mehr als 20.000 Bergleute illegal und bringen den Virus Covid-19, der eine sehr anfällige Bevölkerung dezimieren kann, in den Wald und in die Dörfer. Das Video, welches die nahe Zukunft zeigen soll, drückt die Angst vor den Yanomami und den indigenen Völkern Brasiliens aus. Die heutigen Tatsachen, wie der unkontrollierte und von der Regierung motivierte Bergbau, die Invasion in indigenes Land und die Pandemie stellen eine immense Bedrohung für die indigenen Völker dar. Hier eine Abschrift des Videos:

  • Freitag, 28. August 2020: Yanomami sind kurz vor dem Ende. Sie weinen um ihre Kinder.
  • 3 Tage vorher: Yanomami trauern um den Tod aller ihrer Kinder.
  • 9 Tage zuvor: Ohne eine lebende Mutter sind Yanomami-Babys in Lebensgefahr.
  • 13 Tage zuvor stirbt mehr als die Hälfte der Yanomami-Bevölkerung. Die Regierung schweigt.
  • 18 Tage zuvor: In einem Ritual begraben die Yanomami ihre Ältesten. Die Bergarbeiter setzen die Verbreitung von COVID 19 in den indigenen Gebieten fort.
  • 28 Tage vorher: Die Petition erhält nicht genügend Unterschriften.
  • 29. Juni 2020: Wir wollen verhindern, dass 20.000 Bergleute Covid19 auf indigenem Land verbreiten. Unterschreiben Sie die Petition #foragarimpo foracovid-19 (Go out Garimpo, Keep out Covid)

WIR FORDERN DAS RECHT AUF DIVERSITÄT!

Leider wird auch im Zuge der Brände wenig über das Schicksal der indigenen Gemeinschaften Brasiliens berichtet. Unter der derzeitigen Regierung  haben die Indigenen keine Lobby, weswegen es so wichtig ist, dass das internationale Augenmerk darauf gelenkt wird. Indigene Völker und ethnische Minderheiten  sind in Brasilien stets Diskriminierung ausgesetzt. Rassismus und Klassenunterschiede sind in den Gedanken der Mehrheitsbevölkerung tief verwurzelt. Daher bestehen Interessen, die “Menschen im Busch“ auch aktiv aus dem Weg zu schaffen. Insgesamt leben in Brasilien schätzungsweise 60.000.-700.000 Indigene, wobei eine Selbstidentifizierung als “Indigen” unterschiedlich sein kann. Die Minderheit liegt damit unter einem Prozent. Trotzdem haben sie aber Anspruch auf 13% der Landfläche Brasiliens. Dies ist der große Streitpunkt zwischen konservativen Kräften und Indigenen.

Was an den sogenannten “fronteras”, den Grenzen der angestammten Territorien, passiert ist ein Voranschreiten exzessiver Gewalt gegen die Natur, aber auch gegen die Menschen die dort leben. Sie sind bedrohter denn je. Die oft sehr gewaltsamen Auseinandersetzungen nehmen in letzter Zeit zu. In einer ersten Phase kommt es vor allem zu einem Eindringen von Holzfällern. Diese Stoßtrupps gehen sehr gewaltsam vor. Indigene Anführer werden ermordet und politische Aktivisten müssen um ihr Leben fürchten.