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Die Verfolgung religiöser Minderheiten im Jemen erreicht Höhepunkt

Die Wurzeln der jemenitischen Bahá’í-­‐Gemeinde gehen bis auf die Frühzeit des Bahá’í-­‐Glaubens in der Mitte des 19. Jahrhundert zurück. Die derzeitige Welle von wiederholten Verhaftungen von Bahá’í im Jemen aus religiösen Gründen nahm ihren Anfang 2008 – noch unter der Präsidentschaft von Abdullah Ali Saleh.

  • Sie verstärkte sich im August 2016, als Huthi-­‐Milizen bei einer Versammlung über Erziehungskonzepte 65 Personen, darunter sechs Kinder, verhafteten. Etwa die Hälfte der Festgenommenen waren Bahá’í, die in der Folge zahlreichen Repressalien ausgesetzt waren.
  • Im April 2017 erfolgte die Festnahme von etwa 25 Bahá’í, darunter viele bekannte Stammesangehörige. Acht Bahá’í sind derzeit noch in Haft, einige davon mit unbekanntem Aufenthaltsort.
  • Am 5. April 2017 wurde ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Sanaa, wiederum ein Baha’i, allein aufgrund seines Glaubens verhaftet.
  • Am 2. Jänner 2018 verhängt ein Sondergericht in Sanaa ein Todesurteil gegen den 52-jährigen Hamid Bin Haydara, einem Bahá’í, der bereits seit Dezember 2013 inhaftiert ist.

Gemeinsam mit der International Baha’i Community kämpfen wir um die Freilassung von Hamid bin Haydara. Mittlerweile haben viele Baha’i-Familien ihre Häuser verlassen, um einer Verhaftung zu entgehen. Unter ihnen ist auch die Ehefrau von Hamed bin Haydara, die seit mehr als drei Jahren für seine Freilassung kämpft, während sie für ihre drei Töchter sorgt und jetzt selbst befürchten muss, jederzeit verhaftet zu werden.

Festnahmen spiegeln Aktionen im Iran wider

„Die Menschen im Jemen leiden unter einer katastrophalen humanitären Situation, die von Tag zu Tag schlimmer wird. Für die jemenitischen Bahá’í kommt hinzu, dass sie willkürlichen Schikanen der dortigen Sicherheitskräfte ausgesetzt sind“, beklagt Anja Spengler, Mitglied der Bahá’í-­‐Gemeinde in Österreich. “Die maßgebliche Rolle und der Einfluss des Iran bei der Verfolgung der Bahá’í im Jemen und insbesondere in Sanaa ist offenkundig“, so Spengler weiter. Am Sonntag, dem 24.Oktober 2017, stürmten bewaffnete jemenitische Sicherheitskräfte in Sanaa ein Haus, in dem die Bahá’í den 200. Geburtstag ihres Religionsstifters, Bahá’u’lláh, feierten.

Vieles deutet darauf hin, dass bestimmte Behörden des Iran auch im Ausland gegen Baha’i hetzen. Den Baha‘i wird unterstellt, Muslime missionieren zu wollen. Auch im Iran wurde die Bahá’í-­‐Gemeinde während der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Geburt von Bahá’u’lláh zur Zielscheibe. Zwischen dem 18. und 21. Oktober 2017 wurden etwa 19 Bahá’í in Kermanshah, Teheran und Birjand verhaftet und die Häuser von 25 Bahá’í durchsucht. 26 Geschäfte, die Bahá‘í gehören, wurden von den Behörden versiegelt, da die Inhaber am 21. Oktober einen Bahá’í-­‐Feiertag wahrnahmen. Die willkürlichen Geschäftsschließungen erfolgten in den Städten Schiras, Marvdasht, Gorgan und Gonbad.

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2018-07-03T09:55:57+00:00