Unkontaktierte Völker und Völker in freiwilliger Abgeschiedenheit sind die bedrohtesten Völker der Welt. In freiwilliger Abgeschiedenheit lebend bedeutet nicht unbedingt, dass diese Völker noch nie Kontakt zur Außenwelt hatten.

Gemeint kann damit auch der bewusste Rückzug Indigener von der sogenannten Zivilisation sein, “, so Nadine Papai, Geschäftsführerin der GFBVÖ. “In jedem Falle handelt es sich nicht um „Steinzeitmenschen“, wie Publikationen und Filmbeiträge bis heute glauben machen wollen. Die freiwillige Isolation hat ihren Ursprung häufig in den traumatischen Erfahrungen indigener Völker während der Kolonialzeit: eingeschleppte Krankheiten, Landraub, Entführungen, Morde, Sklavenarbeit.”

Sowohl auf den pazifischen Inseln als auch in Südamerika stellten auch die Missionare römisch-katholischer Ordensgemeinschaften sowie evangelikaler Gruppen seit der Kolonialzeit eine Bedrohung für die isolierten Gruppen dar. Die Christianisierung brachte häufig Streit mit den Indigenen, die sich meist nicht den von den Missionaren bekehren lassen wollten und diese daher bekämpften.

In diesem Fall ist die oftmals verwendete Bezeichnung „unkontaktierte Völker“ unzutreffend, denn sie fliehen ja gerade, seitdem sie „kontaktiert“ wurden. Im englischen Sprachgebrauch erscheint zuweilen auch der Begriff “lost tribes” (verlorene Stämme). In den tropischen Regenwäldern der Erde gibt es nur noch wenige unerforschte Gebiete, in denen vermutlich unentdeckte indigene Gemeinschaften indigene Gruppen existieren.

Unkontaktierte Völker und Völker in freiwilliger Abgeschiedenheit leben meist als selbstversorgende KleinbäuerInnen, JägerInnen und SammlerInnen. In den dicht bewaldeten Gebieten des Amazonas haben sie kaum, beziehungsweise gar keinen Kontakt zu globalisierten Gesellschaften. Ihr weitläufiger Lebensraum ist vor allem durch den Abbau natürlicher Ressourcen und die Waldrodung für die Schaffung von Anbauflächen für, zum Beispiel, Soja und Viehwirtschaft bedroht. Aber auch Infrastrukturprojekte, illegaler Drogenanbau und Tourismus sind eine Gefahr. Dabei werden die Rechte und Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung von den jeweiligen Staaten kaum wahrgenommen.

In unserem Lebenszeichen-Kalender informieren wir regelmäßig über bedrohte Völker. Mit dem Kauf unseres (Kult)Kalenders oder mit einer Spende für die Menschenrechte ermöglichen Sie unsere Arbeit für Indigene weltweit!

ISOLADOS_ GLEILSON MIRANDA
JETZT SPENDEN!

LEBENSGEFAHR BEI KONTAKT: die meisten Angehörigen dieser Gruppen leben in Südamerika und auf den Pazifischen Inseln. Sie sind gegen “moderne” Krankheiten der übrigen Welt, wie Grippe oder Masern nicht immun, sodass die Menschen beim Erstkontakt mit hoher Wahrscheinlichkeit sterben oder Seuchengefahr besteht. Die GFBVÖ vertritt auch die Auffassung, dass die Entscheidung dieser Völker, den Kontakt zur Außenwelt zu meiden, nicht nur aus gesundheitlichen Gründen zu respektieren ist. Es ist ihr Recht auf Selbstbestimmung anzuerkennen. Es braucht internationalen Druck auf die brasilianische Regierung, damit diese ihrer Schutzpflicht nachkommen.

Nadine Papai, CEO, GFBVÖ
JETZT KAUFEN!
2018-11-26T10:51:12+00:00