Im März 1978 verfolgt von den Militärdiktaturen aus Uruguay und Argentinien, kam ich unter Bedingungen des politischen Asyls nach Österreich. Ich wusste damals wenig über die Situation von EinwanderInnen in dem noch für mich fremdem Land. Schnell lernte ich hier Menschen kennen, die- wie auch ich- eine große Affinität zur Unterstützung ethnischer und sozialer Minderheiten hatten. In erster Linie ging es uns um die Anerkennung der angekommenen Minderheiten durch den Staat Österreich. Nach wenigen Monaten führte dies zur Gründung der Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich. Unsere ersten Ziele stellten das Asylrecht in Österreich sowie die Unterstützung indigener Völker in Lateinamerika dar. Zusätzlich bildeten sich Unterstützungsgruppen für die Rechte der Kurden, der Roma & Sinti in Österreich sowie der Tuareg in Marokko.

Mein Ziel war und ist es,  die Welt zu verbessern.

Carlos Macedo, Mitbegründer der Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich

Carlos Macedos Menschrechtsarbeit für die Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich

Freiwillige im ganzen Land wurden aktiv. Mit der Hilfe verschiedener Regierungsinstitutionen, Kirchen, zahlreiche Akteure der Zivilgesellschaft sowie anderer europäischer Länder wurde die Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut. Indigene Führungspersonen aus verschiedenen Ländern wurden eingeladen, um in Österreich über die Situation ihrer Völker zu berichten. Mittels Pressekonferenzen und Interviews mit Medien gelang es uns, das Interesse der Bevölkerung und großer Institutionen zu wecken. Wir organisierten die erste internationale Konferenz der indigenen Völker der Amazonas-Region. In mehreren österreichischen Städten fanden mit Vertretern der indigenen Völkern Aktivitäten statt, die 1991 in Wien zur Auszeichnung der Bruno Kreisky Stiftung für Menschenrechte führte.

  • Unterstützungsaktionen für und mit  indigenen Völkern aus den Regionen Amerikas: Dank der Anwesenheit von Mapuche-Führern erfuhren wir von den tragischen Erfahrungen der Militärdiktatur in Chile und Argentinien.

  • Im Jahr 1992 unterstützte die Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich in beratender Funktion die Delegation der Österreichischen Regierung bei der Konferenz ECO 92. Dies führte unter anderem zur Umsetzung der Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

  • Unser Einsatz bei  der Koordination der internationalen Kampagne über die Diskriminierung der Bauern, die Coca-Blätter anbauen, führte uns zu einer Schlüsselrolle im Ausschuss für Drogenkontrolle der Vereinten Nationen in Wien.

Künftige Projekte für Unkontaktierte in Brasilien geplant

Carlos Macedo, Dr. Maria Magdalena Ramnek und Dr. Georg Grünberg sind engagierte Ehrenamtliche der GFBVÖ seit den ersten Stunden. Bis heute hat sich viel in unserem Verein verändert; doch gemeinsam arbeiten wir weiterhin für indigene Anliegen weltweit. Carlos Macedo lebt heute in Brasilien, wo er in ständigem Kontakt zu indigenen Communites steht.

BEI LEBENSZEICHEN! Carlos Macedo, Dr. Georg Grünberg, Dr. Maria Magdalena Ramnek und Nadine Papai

BEI LEBENSZEICHEN! v.l.n.r: Dr. Maria Magdalena Ramnek, Nadine Papai, Dr. Georg Grünberg und Carlos Macedo