Projekt Beschreibung

c Claire Beilvert

Bis heute haben die Bewohner der Andamanen große Teile ihres Territoriums verloren. Einige wurden umgesiedelt, andere sind bereits ausgestorben. Und die Überlebenden führen scheinbar einen aussichtlosen Kampf um ihre Lebensweise und Zukunft. Für die Sentinelesen war ihre Isolation ein Glücksfall. Ihre radikale Kontaktverweigerung hat bisher ihr Überleben gesichert. Andere, wie z.B. die Bo, sind bereits ausgestorben: das letzte Mitglied verstarb 2010.

Die Vorfahren der Jarawa waren vermutlich vor etwa 70.000 Jahren Teil der ersten Migrationsbewegung von Afrika nach Asien. Eines der letzten Völker der Welt, die noch wissen was unberührtes Leben bedeutet. Die Jarawa, ein Volk der Andamanen, sind vom Aussterben bedroht, trotz der Sperrzonen und Schutzgebiete der indischen Regierung den Indigenen ein traditionelles Leben ermöglichen sollten. Jeden Tag konfrontiert mit der direkten Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen und dem Verlust ihrer Kultur. Trotz aller Widrigkeiten, kämpfen sie gegen die Assimilation.

Mitten durch das Schutzgebiet der Jarawa führt eine Fernstraße “Andaman Trunk Road” zum Transport von Waren. Mittlerweile nutzen aber auch Ströme von Touristen die illegale Straße. Fotos und Interaktionen mit den Jarawa sind eigentlich verboten aber für ein kleines Entgelt trotzdem erhältlich. Für die Touristen sind die Besuche ein Erlebnis; für die Jarawa haben sie dramatische Folgen.

Die indischen Behörden gaben 2004 eine neue Strategie bekannt, nach der  die Jarawa ihre Zukunft selbst wählen dürfen und Interventionen von außen auf ein Minimum reduziert werden würden. Aber es wird immer schlimmer. Es gibt immer mehr Touristen. Nach neuesten Informationen, wird die Straße durch das Gebiet der Jarawa sogar noch verbreitert. Hunderte von Bäumen wurden bereits gefällt. Am Rande ihres Territoriums wurden provisorische Lager für indische Arbeiter eingerichtet. Die Jarawas sind zunehmend Alkohol und Tabak ausgesetzt, die von den “neuen Waldhütern” bewusst bereitgestellt werden. Auch Krankheiten nehmen zu.

Auch westliche Fernsehteams erhalten keine Genehmigung um in das Gebiet der Jarawa vorzudringen. Das französische Dokumentarfilmerduo, Alexandre Dereims und die Fotografin Claire Beilvert besuchten die Jäger & Sammler trotzdem. „Ich habe gehört, dass einige Jarawa aus ihrem Wald kamen und sich über Vergewaltigung, Kidnapping und Mord beschwert haben. Sie suchten nach Hilfe, aber niemand hörte ihnen zu. Deshalb entschied ich mich mit meinem Team in ihr Territorium zu gehen und sie zu fragen, mit welchen Problemen sie sich herumschlagen müssen und was sie sich für die Zukunft wünschen. Ob sie indische Bürger werden wollen oder so weiterleben wie bisher. Niemand hatte sie bisher danach gefragt.

Als die beiden die Probleme vor Ort gesehen hatten, beschlossen sie, dem Volk der Jawara eine Stimme zu geben und haben eine Petition ins Leben gerufen. Gemeinsam unterstützen wir die Forderung der Jarawa nach Selbstbestimmung. „Jarawas sind Opfer eines vom Indischen Staat organisierten Ethnozids. Es ist unsere Aufgabe sie zu schützen und ihre Lebensweise zu bewahren.“ so Claire Beilvert. “Wir bitten BürgerInnen aus der ganzen Welt an den indischen Staat zu schreiben, damit die Andaman Trunk Road, die durch ihren Wald führt, schließt.” Es sind bereits mehr als 270.000 Unterschriften gesammelt worden.

Ziel ist es aber 1.000.000 Unterschriften zu sammeln! Nur so können wir gemeinsam Druck auf die indische Regierung ausüben und die Jarawa vor einem kulturellen Tod zu schützen.

HILF SOFORT MIT UND UNTERSCHREIBE HIER DIE PETITION!

WIR FORDERN MASSNAHMEN GEGEN DEN ETHNOZID DER JARAWA!

  • DIE ANDAMAN TRUNK ROAD SCHLIESSEN

    Die indische Regierung hat die „Andaman Trunk Road“ 1989 fertig gestellt und führt durch das Jarawa-Gebiet. Seitdem haben sie regelmäßig Kontakt mit indischen Siedlern, Wilderern und Touristen. Kontakt, den die weniger als 400 verbliebenen Jarawa nicht wollen. Das Oberste Gericht Indiens hatte schon 2002 die Schließung der Straße durch das Land der Jarawa angeordnet, doch sie bleibt weiterhin geöffnet. Viermal am Tag bringt die indische Armee auf der Straße reiche indische Touristen durch das Gebiet, die dafür bezahlt haben, Fotos von den Jarawa zu schießen. Stattdessen könnten aber alternative Transportmittel eingeführt werden (z.B. Fähren), um den Norden und Süden von Great Andaman zu verbinden und das Gebiet so geschützt bleibt.

  • DEN ILLEGALEN HANDEL MIT WILDFLEISCH STOPPEN UND SO GEWALT VERHINDERN

    Die Jagd wir immer schwieriger, da der Lebensraum der Jarawa auf immer kleinere Gebiete begrenzt und nicht ausreichend geschützt wird. Die Jarawa müssen immer wieder auf neue Beutetiere ausweichen. Nicht immer steht ganzjährig genug Wild zur Verfügung. Den Jägern und Sammlern wird so Stück für Stück ihre Lebensgrundlage entzogen. „Wilderer kommen in unser Territorium. Sie kommen von sehr weit entfernt an unsere Küsten. Sie stellen Fallen auf und töten alle Wildschweine. Wildschweine sind eine Seltenheit geworden.“ so ein Jäger der Jarawa. Die Jarawa beantworten die Übergriffen auf ihr Territorium zunehmen mit Gewalt. Der Druck auf ihre Gebiete steigt. Sie verhalten sich wie jeder von uns, wenn jemand in sein Haus eindringen würde. „Einige Wilderer kamen mit Schusswaffen, um uns zu töten. Sie wollten uns angreifen. Sie wollten uns Angst machen. Tangun hat sie zuerst gesehen. Er fing an auf sie zu schießen. Er hat ihn getroffen und der Mann fiel.“

  • DAS GEBIET DER JARAWA BESSER GEGEN EINDRINGLINGE SCHÜTZEN

    Nach wie vor sind sie durch ihnen fremde Krankheiten gefährdet, gegen die sie kaum oder keine Abwehrkräfte haben. Eine Epidemie kann für das Volk verheerende Folgen haben. Immer wieder kommt es zu gewaltswamen Übergriffen, Vergewaltigungen der Frauen und Morden an den Jarawa. Die Sicherheit der Menschen muss erhöht werden, sodass nur mehr ein kontrollierter Kontakt möglich ist. Dazu müssen alle Interventionen und Interaktionen zwischen Strafverfolgungsbehörden und lokalen Förstern künftig aufgezeichnet und ein öffentlicher Zugang zu diesen Berichten von Seiten der Behörden gestattet werden.

  • INDIGENES WISSEN UND DIVERSITÄT DER MENSCHHEIT BEWAHREN

    Die Kultur der Jarawa gilt als rückständig für die indische Mehrheitsbevölkerung. Die Jarawa-Kinder, wie Utchu, sind nun gezwungen, Umerziehungskurse in “Sonderschulen” zu besuchen. Um sie in die Schulen anzulocken, geben sie den Kindern Bananen. Und diejenigen, die sich weigern, werden von bewaffneten Waldrangern zwangsweise in diese “Schulen” gebracht. Die neuen “Sonderschulen” für die Umerziehung der von der Mehrheit diskriminierten Jarawa müssen wieder geschlossen werden. Die Jarawa dürfen nicht gezwungen werden, ihr eigenes Wissen und ihre Kultur aufzugeben. Und nur wenn dieser Wunsch endlich gehört und respektiert wird, haben Kinder wie Utchu eine Chance auf die Zukunft, die sie sich wünschen. Doch die Straße verändert auch sein Leben: Die Kinder wollen nicht mehr mit den Eltern jagen gehen. Sie ziehen los und betteln. Sie kommen aus dem Wald und fragen nach Essen. Und ihre Eltern machen sich Sorgen. Denn wenn sie nicht jagen, wie sollen sie dann überleben?

  • GRUNDLEGENDEN MENSCHENRECHTE DER SELBSTBESTIMMUNG EINHALTEN

    Die Jarawa gelten jedoch als staatenlos. Als eines der dort am längsten lebeneden Völker wird ihnen so die restliche Welt zum Verhängnis. Es müssen Wege gefunden werden, dass die Jarawa öffentlich selbst über ihre Entscheidungen für die Zukunft zu sprechen können und das Recht auf ihr angestammtes Land anerkannt wird.

Das Schicksal dieser Völker ist unbekannt, aber eines ist sicher: um zu überleben, müssen sie für Selbstbestimmung kämpfen, und sie brauchen dabei jede erdenkliche Unterstützung von Menschen wie uns!

Indien. Andaman Island. Ein Jarawa-Mädchen, das dem Geräusch des Bootsmotors eines Wilderers lauscht.