Project Description

Die Geschichte beginnt mit dem Völkermord an den Jesiden im August 2014. Die Mörder des selbsternannten Islamischen Staats überfallen aus dem Schatten der Nacht die Region Shingal im Norden des Irak. Es ist die Heimat der Jesiden, einer religiösen Minderheit, die seit Jahrhunderten unter Verfolgung leidet und um ihre Existenz kämpft. Väter und Söhne der Jesiden werden auf Marktplätze und offene Felder getrieben und aus dem Rücken ermordet. Mütter und Töchter werden tief ins Land verschleppt und in dunklen Hinterzimmern versklavt. Der schwarze Sturm hinterlässt eine Generation von traumatisierten Waisenkindern ohne Zuhause, ohne Beschützer und ohne Zukunft.

Durch den Krieg in Syrien und den Terror der IS sind hunderttausende Menschen gezwungen unter menschenunwürdigen Bedingungen in überfüllten Flüchtlingslagern zu leben. Die physischen und psychischen Folgen der Terroranschläge machen es vielen Flüchtlingen unmöglich sich selbst zu verpflegen. Susan zum Beispiel ist 13 Jahre alt und kommt aus Sibashadr, einem kleinen Dorf nahe Shingals. Mit ihren jungen Jahren musste sie dabei zusehen, wie sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater von der Terrormiliz Islamischer Staat ermordet wurden. Schwerst traumatisiert lebt sie mit ihren zwei Geschwistern bei ihren Großeltern. Keiner der Familienmitglieder ist psychisch oder physisch in der Lage zu arbeiten und damit Geld zum Überleben zu verdienen. Alle tragen schwere Folgen vom Krieg und sprechen kaum über ihre Erlebnisse. Sie haben gerade genug, um zu Überleben. Die Spenden, Beiträge und die Unterstützung ist überwältigend seit Anbeginn der Krise im Nordirak aber im Angesicht des Leids immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Die jahrelange internationale Hilfe stellt das Notwendigste zur Verfügung- dennoch gibt es hier im tristen Lager wenig Hoffnung auf ein “normales” Leben in Sicherheit.

Ein Stück Kindheit zurückgeben

Sowie Susan leidet jedes fünfte Kind an posttraumatischen Störungen mit unabsehbaren Folgen fürs ganze Leben. Man hat mehr als 50 Symptome bei Kindern festgestellt: u.a. Flashbacks, Stress, Haarausfall, aggressives Verhalten, stille Anteilslosigkeit, Selbstmordgedanken, Rückschritte beim Lernen und im Sprachgebrauch. Sie werden oft ohnmächtig. Und es überkommt sie spontan die dramatisch gefühlte Angst. Nach allem, was diese Kinder und Jugendlichen erlebt haben, ist es ein Ziel, die innerliche Isolation aufzubrechen und sie wieder zum zum Lachen zu bringen.

Doch für viele Kinder ist der Horror des Krieges noch lange nicht vorbei. Obwohl der IS besiegt ist, kehren die Gräuel in den Träumen immer wieder. Viele unter ihnen haben Vater, Mutter, Oma, Opa, Onkel, Tante, Bruder oder Schwester verloren. Mütter und Töchter wurden vom IS entführt, vergewaltigt und versklavt. Bis heute fehlt von den betroffenen Frauen und Mädchen jede Spur. In Not und Angst leben nicht nur die Kinder, auch die Mütter leiden unter dem Verlust von Familienangehörigen. Sie sind genauso traumatisiert und werden häufig depressiv. Das überträgt sich oft auf die Kinder, die dann verhaltensauffällig werden. Wenn man diesen bedürftigen Kindern nicht hilft, werden sie als Erwachsene große psychische Probleme haben. Und auch ihre eigenen Kinder leiden noch darunter.

DAMIT DIE KINDER GESTÄRKT IN DIE ZUKUNFT BLICKEN KÖNNEN, KÜMMERN WIR UNS UM IHRE PSYCHISCHE WIDERSTANDSFÄHIGKEIT. BITTE HELFEN SIE JETZT MIT!

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c LEBENSZEICHEN Nadine Papai

Man lebt nicht nur von Brot allein – auch die Seele braucht Nahrung!

Dafür arbeiten wir – LEBENSZEICHEN und KOARP- mit dem Harman Waisenhaus in Xhanke zusammen, welches für Waisen und Witwen geöffnet ist. Das Heim bietet nicht nur Sicherheit, Schutz und eine zurückgewonnene Normalität. Es bietet auch eine Bildungsperspektive. Feste Schul- und Ausbildungszeiten sind Teil eines von fachkundigen PädagogInnen, ErzieherInnen und PsychologInnen erarbeiteten Konzepts, um die schwächsten Glieder der Kette zu den Gewinnern der Gesellschaft zu machen. Sie sollen dem Armutskreislauf durch Kompetenz und Souveränität entkommen.

Wir wollen mit unseren Projekten vor allem die Resilienz, die psychische Widerstandsfähigkeit der Kinder stärken. Sie lernen mit uns Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Chance für eine weitere Entwicklungen zu nutzen. Als wertvollste Quelle steht uns dabei die Natur und ein schützender Umgang mit ihr zur Verfügung. Denn auch diese irakischen Kinder sind Erben des Klimawandels und seinen möglichen katastophalen Folgen.” so Nadine Papai, CEO von Lebenszeichen.

Wir veranstalten aktiv mit dem Waisenhaus kleine Aktionen, die das “Erleben” von Pflanzen- und Tierkunde ermöglichen. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen gehen wir in den Zoo und erzählen über Wildtiere und deren (verbotene) Haltung, veranstalten Baumpflanzungen im Camp oder organisieren großflächigere Müllentsorgungsaktionen! Viele der Kinder kommen aus so armen Verhältnissen, dass sie solche Ausflüge nicht kennen. Dabei haben wir wiederum die Möglichkeit auf eine gesunde Ernährung der Kinder Acht zugeben.

c LEBENSZEICHEN

Unser “kurdisches” Lebenszeichen-Programm für den Schutz von Kultur & Lebensraum

Auch Kurdistan ist vom Klimawandel bzw. von der Ausbeutung der Regionen aufgrund von Ölvorkommen betroffen.  In letzter Zeit häufen sich auch große Waldbrände durch Dürre; Wasser ist immer knapp in einer der aridesten Länder der Welt. Durch die Errichtung des Hasankeyf-Staudammes in der Türkei ist der Fluss Tigris direkt betroffen – man rechnet mit weiterer Wasserknappheit. Das Müllproblem in Kurdistan ist quasi “unbearbeitet”, wenn man nach Recyclingmöglichkeiten oder alternativen Verpackungen etc. sucht. Plastik ist eines der Grundmaterialien für sämtliche Alltagsgegenstände; Einweg-Plastikflaschen überfluten die kurdischen Landschaften. Als LEBENSZEICHEN thematisieren wir gemeinsam mit KOARP mit unsren Projekten in den lokalen Medien über derzeit verschwindende Lebensweisen und Lebensräume, aber wir wollen auch ein Gegenkonzept zu eher “naturfeindlichen” Lebensweisen bieten können.

Der kurdische (Perma)Kulturgarten & das Denken in Kreisläufen

Dafür hat KOARP ein Grundstück in der Wildnis Kurdistans zur Verfügung gestellt. Unsere “neue, kleine Farm” wird bereits bepflanzt. Ziel ist es daraus einen “Waldgarten” zu machen, in dem wir Kindern und Erwachsenen die heimische, kurdische Flora und Fauna näherbringen und den Umgang mit Tieren vor allem für Waisenkinder aus den Camps ermöglichen. Wir versuchen dabei auch “alte Planzenarten” zu erhalten bzw. wiederzuentdecken und das Prinzip der Permakultur anzuwenden. Permakultur setzt sich aus den englischen Begriffen “permanent”, im Sinne von nachhaltig, und “agriculture” für Landwirtschaft zusammen. Es handelt sich um eine Planungs- und Entwurfsmethode für eine Landwirtschaft, die ein Überleben im Einklang mit der Natur ermöglichen soll. Dabei stehen die vielfältigen Funktionen einzelner Elemente und ein Kreislaufsystem im Mittelpunkt.

Es soll künftigen Generationen der Lebensraum als etwas unschätzbar Wertvolles gezeigt werden. Dabei soll der praktische Nutzen auch nicht fehlen, und man kann auch lernen, selbst tätig zu werden. Erzielte Überschüsse werden verkauft, an arme Familien verschenkt oder auch Samen zur weiteren Pflanzung an Flüchtlingsfamilien weitergeben. Mit Hilfe von unserem Tierarzt Doc Sulaiman von KOARP wollen wir heimische Nutztiere, die krank oder alt sind, retten und auf der Farm leben lassen. Mit ihnen wird der erste Streichelzoo Kurdistans errichtet. Besonders traumatisierten Kindern kann ein regelmäßiger Ausflug in die Natur und der Umgang mit den Tieren wieder Stabilität ins Leben bringen.

KONTAKT: Geschäftsführerin Nadine Papai, BA

nadine.papai@lebenszeichen-international.at