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Mike Austin, geboren 1953, war ein langjähriger Aktivist und Vorstand der Gesellschaft für bedrohte Völker. Austin gehörte der Cherokee Nation an. Er wuchs in Oklahoma, der Cherokee Nation, in Texas und Österreich auf.

Seit 1990 lebte Mike Austin in Wien. Er hielt weiterhin engen Kontakt zu seinem Volk. Von 1993 bis 1996 war Austin Vorstandsmitglied der GFBVÖ und war auch Sprecher bei der UNO-Arbeitsgruppe der indigenen Völker in Genf. Neben seinem politischen Aktivismus war Mike Austin u.a. auch als Schriftsteller und Poet tätig. Seine Gedichte und Essays wurden in Anthologien indianischer und internationaler LiteratInnen veröffentlicht. Mit seinem Werk gibt der Cherokee einen seltenen Einblick in die Lebenswelt der vielen Völker Oklahomas. Es war ihm immer wichtig die Sichtweisen und Gefühle der Menschen aufzuzeigen und nicht den romantischen Bildern über “den Indianer” anzuhängen. Als Dichter sprach er an über 200 Universitäten, Akademien, Volkshochschulen, Schulen und bei einer Vielzahl von Radio- und Fernsehsendungen.

Über seine Motivation Gedichte und Essays zu verfassen schrieb Mike Austin: “Alle meine Schreiben haben ein Ziel: Die Realitäten der Menschen, die hinter den romantischen Idealen und Klischees verborgen bleiben, aufzuzeigen. Zudem reflektieren meine Gedichte meine Suche nach meiner indianischen Identität. Diese Suche ist ein Protest gegen den kulturellen Völkermord, während sie widerwillig mein Unvermögen zugibt, den Abstand meiner Vorfahren zu den Einflüssen einer euroamerikanischen Gesellschaft nicht wiederherstellen zu können. Mit meiner Lyrik hoffe ich, einen kleinen Teil beizutragen, um den Fortbestand meines Volkes in einer oftmals mehr als feindlichen Umwelt zu sichern. Damit will ich meine Vorfahren ehren, die so viel ertragen haben, um unser Überleben zu gewährleisten und um meinen Kindern und allen, die nach uns kommen, ein lebendes Erbe weiterzugeben”.

Zehn Jahre nach seinem Ableben veröffentlicht der Wieser Verlag seinen zweisprachigen Gedichtband „An Indian Perspective – eine Indianische Sichtweise“. Im Dezember 2016 gab es dazu zwei Lesungen in Wien.

Mike Austin wird uns nicht nur aufgrund seiner lyrischen Werke in ewiger Erinnerung bleiben, sondern auch weil er ein langjähriger Mitstreiter für die Rechte der Indigenen Amerikas war – und er war langjähriges Vorstandsmitglied in der Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich. Danke Mike Austin!

Hier der Nachruf erschienen 2006 in unserer damaligen Zeitung BEDROHTE VÖLKER:

MIKE AUSTIN Nachruf

Gedicht AUSTIN

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