Lebenszeichen 2010

Farbbildkalender der Gesellschaft für bedrohte Völker

Format 44x32cm, 13 großformatige Farbbilder mit Texten und zahlreichen Farbfotos zum Thema auf den Rückseiten.
€ 5,-- zzgl. Versandkosten.

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Literatur von indigenen Völkern und Minderheiten,

lautet das Leitmotiv des neuen Bildkalenders der Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Anzahl erfolgreicher AutorInnen, die Angehörige von Minderheiten oder indigenen Völkern sind, wächst stetig. Viele von ihnen schreiben die bisher nur mündlich überlieferten Geschichten nieder, bevor sie in unserer schnelllebigen Zeit für immer verloren gehen, und offenbaren uns so eine faszinierende Wahrnehmung der Welt. Gleichzeitig leisten sie so auch einen Beitrag zur Wertschätzung ihrer Kultur, wecken Mitgefühl und Engagement zur Unterstützung bedrohter und diskriminierter Gemeinschaften.

Mit ihren farbenprächtigen, außergewöhnlichen Motiven bilden die Kalendermonatsblätter ein vielfältiges Mosaik von Volksgruppen aller Kontinente. Informative Beiträge auf den Rückseiten erzählen jedoch auch Geschichten über den Zusammenprall von Kulturen. So setzt der tschuktschische Rentierzüchter und Schamane Rinto im Gespräch mit seiner russischen Schwiegertochter und Ethnologin die Bedeutung des Niederschreibens von Erlebtem vorerst herab: „Was für das Leben wichtig ist, bleibt auch im menschlichen Gedächtnis, alles Unnötige aber verschwindet, löst sich auf in der Vergangenheit.“ Später revidiert er allerdings seine Einstellung: „Offenbar waren Bücher festgehaltene Erfahrung. Wie schade und traurig ist es, dass im Leben von Menschen, die nicht schreiben können, alle Erfahrung nur im Gedächtnis erhalten bleibt und verloren geht, wenn der Mensch aus dem Leben scheidet. Wie viel haben die Tschuktschen während der langen Jahre ihrer Existenz verloren?“ (Auszüge aus dem Buch „Die Reise der Anna Odinzowa“ des tschuktschischen Schriftstellers Juri Rytcheu, Unionsverlag).