10.10.2011
Der frühere norwegische Aussenminister Knut Vollebaek wurde vor kurzem zum
Hochkommissar für nationale Minderheiten der OSZE ernannt. Der Hochkommissar
trägt die Verantwortung für die Weiterverfolgung der Probleme nationaler
Minderheiten in den Mitgliedsländern der OSZE. Vollebaek, dessen Amtszeit auf
drei Jahre begrenzt ist,soll durch
stille Diplomatie und Projektarbeit auch dazu beitragen Konflikte vorzubeugen.
Zum Amtsantritt am 10.10. 2011 veröffentlichte er einePresseerklärung
zur Lage der Roma.
Die Roma seien, so Vollebaek, in der letzten Zeit in ganz Europa immer
wieder angegriffen worden. Dabei werde eine ganze Gruppe stigmatisiert– unter dem Vorwand, dass angeblich ein
einziges Mitglied der Gruppe ein Verbrechen begangen habe. Mit Nachdruck wies
Vollebaek darauf hin, dass Gewalt und
Terror extremistischer Gruppen nicht nur
Einzelpersonen, sondern auch die allgemeine Stabilität und Glaubwürdigkeit der
europäischen Staatengemeinschaft als demokratische, multi-ethnische
Rechtsstaaten bedroht, wenn dem nicht entschlossen entgegengetreten werde.
Dabei würden extreme Nationalisten die Atmosphäre der Unsicherheit, die ausder derzeitigen ökonomischen Krise und politischen
Verunsicherungen resultiert. Durch groben Vereinfachungen, die häufig auch die die Mehrheitsgesellschaft als Opfer
darstellen, scheinen vor allem Menschen
angezogen zu werden, die nach
Sündenböcken und einfachen Lösungen für ihre Probleme suchen, erklärte
Hochkommissar Vollebaek: es ist Aufgabe der staatlichen Autoritäten und der
politischen Akteure, derartigen Botschaften entgegenzutreten. Sicherheit und
Respekt seien für alle Bürger des Landes
zu garantieren, und ganz besonders für jene, die aus Minderheiten stammen.
Ethnische und kulturelle Diversität führe leider häufig zu Intoleranz,
Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. Sowohl auf der politischen als auch auf
der rechtlichen Ebene müsse dieser Gewalt mit den Mitteln des Rechtsstaates
entgegengetreten werden, und zwar sofort. Denn sonst, so warnte Vollebaek,
würden wird Legitimität und Glaubwürdigkeit der demokratischer Institutionen
unterminiert und das Konfliktlösungspotential der Gesellschaft würde
geschwächt. Daher rief der Hochkommissar für nationale Minderheiten alle
politischen und staatlichen Institutionen, insbesondere Polizei und Justiz, in
den OZSE-Staaten auf, „entschiedene, konsistente und rasche Aktionen zu
unternehmen“, um die Gefahr des Übergreifens von Gewalt und Intoleranz auf die
allgemeine politische und öffentliche Sphäre zu bannen.
Quelle: http://www.osce.org/hcnm/83804