CHRISTEN & YEZIDEN im Nordirak

Milch für Flüchtlingskinder

Die autonome Republik Kurdistan im Nordirak wurde zu einem Sammelbecken für Vertriebene aller Ethnien und Glaubensrichtungen
Das Christentum spaltet sich im  Irak in verschiedene Kirchen: Chaldäisch-Katholischen Kirche (Chaldäer), Assyrische Kirche des Ostens (Assyrer), Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (Aramäer), die Armenische Apostolische Kirche sowie Armenisch-Katholische Kirche (Armenier).

Während des Krieges mussten hunderttausende ArmenierInnen, ChaldäerInnen, AssyrerInnen, und andere Minderheiten im Irak aus ihren Dörfern fliehen. Viele haben in der nordirakischen Region Kurdistan Zuflucht gefunden. Als «doppelte Minderheit» – weder AraberInnen noch Moslems – stehen die YezidInnen besonders im Kreuzfeuer. Sie sind KurdInnen mit eigenem monotheistischen Glauben.

Mit dem Erstarken der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), wurden auch die AnhängerInnen des Christentums Verfolgung und Gewalt ausgesetzt. Mit der Einnahme der Stadt Mossul durch den IS im Juni 2014, stellte dieser auch ein Ultimatum an die Christinnen und Christen: Entweder sie konvertieren zum Islam, verlassen das Land oder werden umgebracht. Demzufolge war die Mehrheit der irakischen Christinnen und Christen auf der Flucht – einige sind in die autonome Region Kurdistan oder nach Europa geflüchtet, ein großer Teil jedoch lebt in Flüchtlingslagern oder den bereits christlichen Gemeinden.

Der triste Alltag im Flüchtlingslager

Die Not ist nach wie vor unvorstellbar groß und mit jedem Tag im Lager wächst auch die Frustration der Menschen. Es mangelt an Beschäftigungsmöglichkeiten, die Lage ist trist, die Menschen leben in halbzerstörten Ruinen oder Zeltstädten. Ihre Zukunft liegt nicht in ihren Händen, es heißt Warten. Jeden Winter frieren die Leute, da das Heizmaterial rar und beinahe unleistbar für die Bevölkerung ist. Ganz zu schweigen, wie es den Flüchtlingen geht, die nur in Zelten auch rund um die Camps leben. Man schafft es aus dem Flüchtlingslager hinaus und endetin den armen Gemeinden im Nordirak. Meist ist die Armut dort sogar noch viel größer.

Ziegen und Schafe schaffen Nahrung und Arbeitsplätze

Deswegen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich das Projekt “Milch für Flüchtlingskinder” in Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner, den Tierärtzen von KOARP, gestartet. Mit diesem Projekt gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ein, die im Zuge des Bürgerkrieges in das kurdische Gebiet im Nordirak geflohen sind.

UNSERE KLEINE FARM: Unterbringung der Tiere, Tierarztkosten und Medizin

Wir helfen den Bauer vor Ort, in dem wir Ihnen die Milch abkaufen und sie vor Ort verarbeiten. Unser Tierarzt hilft ihnen auch bei der Unterbringung und Versorgung der Tiere der traditionell christlichen Gemeinde. Sie brauchen lebensnotwendige Milch und Joghurt – aber sie brauchen und wollen auch Arbeit. Hier wird zuerst auf die Tiere geschaut, damit diese “gute Milch” geben.

JOGHURTSHOP: Ankauf von Rührmaschinen, Kannen, etc.

Dann wird die Milch abgekauft und daraus Joghurt in einem kleinen Shop produziert. Eine gute Verarbeitung der Produkte selbstverständlich für uns. Die Behörden des Nordiraks haben neue und sehr strenge Auflagen für eine Zertifizierung der Produkte . WIr müssen für eine Lizenzvergabe eine saatliche Überprüfung bestehen.

FÜR YEZIDINNEN: Hilfe für benachteiligte Frauen im Camp

Wir versuchen, weiteres Personal aus dem Camp im Shop zu beschäftigen. Dabei schauen wir genau auf die besonders benachteiligten Minderheiten und wollen YezidInnen aus dem Camp zur Verarbeitung der Milch engagieren. Letztendlich ist das Ziel , dass der “Laden einmal von selbst läuft”.

REGELMÄSSIG MILCH: für über 1000 Familien dringend notwendig

Unser fertiges Joghurt wir dann regelmäßig im Camp zu billigeren Konditionen in Zusammenarbeit mit der Campleitung an über 1000 Familien regelmäßig verkauft.

KINDER LERNEN: Mit den Tieren gut umgehen und Ablenkung im Camp

In kleinen Projekten mit den Kindern im Camp werden vor allem ein respektvoller Umgang mit den Tieren gelernt. Rund um die Betreuung der Tiere und in die Verarbeitung der Milch wird den Kindern vermittelt, was Tierschutz bedeutet. Denn das ist im Irak nicht selbstverständlich.

SPENDENKONTO AT19 6000 0000 9206 4449